Herstellung und Herkunftsländer des Kokosblütenzuckers

Aromatisch und einzigartig im Geschmack. Aufgrund seiner vielen gesunden Inhaltsstoffe bekömmlicher für den Körper als klassischer Zucker aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben und selbst für Diabetiker geeignet, um Speisen und Getränke zu süßen. Der Kokosblütenzucker gilt längst als gesunde Alternative zu den gängigen Süßungsmitteln unserer Zeit und findet sich aus diesem Grund in mehr und mehr Supermarktregalen. Doch aus welchen Herkunftsländern stammt der süße Zucker der Kokosblüten und wie erfolgt die Herstellung?

Herkunftsländer – Woher stammt der Kokosblütenzucker?

Der Ursprung des sogenannten Kokosblütenzuckers (oder auch Kokoszucker) findet sich in all jenen Ländern und Regionen, die über ein tropisches – also feuchtwarmes – Klima verfügen und in denen die, für die Zuckerproduktion unverzichtbaren, Palmen gute bis sehr gute Wachstumsvoraussetzungen vorfinden. Mitunter gelten folgende Regionen als traditionelle Herkunftsländer des Kokosblütenzuckers:

Afrika Indien
Karibik Pakistan
Sri Lanka Südostasien
Südamerika

Grundsätzlich gilt im Bezug auf die Herkunftsländer des Kokoszuckers, dass jede Anbauregion für sich klimatische wie auch allgemeine Besonderheiten hinsichtlich der Kultivierung der Palmen vorzuweisen hat, die letztlich Einfluss auf die Qualität, den Geschmack wie auch die Optik des erzeugten Zuckers nehmen kann. Allem voran Zucker aus Indien oder Pakistan ist für eine vergleichsweise dunkle Färbung und einen intensiveren Geschmack bekannt, wohingegen der Kokosblütenzucker aus Südostasien (zum Beispiel Indonesien oder Malaysia) oder der Karibik für seine hellere Färbung und den feineren Geschmack bekannt ist.

Hinweis …
Kokosblütenzucker aus der Karibik gilt unter Kokoszuckerliebhabern als schmackhafte und vielseitig einsetzbare karibische Gaumenfreude. Er ist feiner im Geschmack und zumeist in der Färbung etwas heller, als der Kokszucker aus anderen Anbauregionen.

Der in Europa erhältliche Kokoszucker stammt vordergründig aus dem südostasiatischen Raum sowie von den karibischen Inseln und wird in der Regel aus dem Nektar der Nipapalme oder der Palmyrapalme gewonnen. Produkte aus Afrika oder aber Ländern wie Indien und Pakistan sowie südamerikanischen Ländern sind in Europa eher selten vorzufinden, da diese hinsichtlich ihrer Färbung wie auch des Geschmacks meist weniger dem europäischen Gaumen entsprechen.

Der Anbau – Wie wird der Zucker der Palmblüten gewonnen?

Der Anbau der für die Zuckergewinnung benötigten Kokospalmen, sowie die Verarbeitung des daraus gewonnenen Blütennektars zu Kokosblütenzucker ist seit je her eine überaus arbeitsintensive und langwierige Aufgabe, die grundsätzlich ausnahmslos per Hand und somit ohne maschinelle Unterstützung moderne Landwirtschaftstechnik erfolgt. Obgleich der stetig steigende Bekanntheitsgrad des Kokoszuckers überall in der Welt die Produktionszahlen steigen lässt, sind Massenproduktionen wie im Fall des Zuckers aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr bislang nicht möglich und so gilt die Herstellung von Kokosblütenzucker als überaus zeitintensive landwirtschaftliche Tätigkeit.

Anbau und Aufzucht – die Palme als Grundlagen der Kokoszuckergewinnung

Die Herstellung von Kokosblütenzucker beginnt mit Kultivierung und Pflege der für die Herstellung unverzichtbaren Palmen. Bevor der Kokosblütenzucker zu einem Exportgut wurde, welches weltweit verkauft wird, wurden ausschließlich wild wachsende Palmen für die Gewinnung des Blütennektars genutzt. In der heutigen Zeit sind es jedoch zumeist explizit für die Zuckerherstellung kultivierte Palmplantagen, die für die Herstellung kultiviert werden und somit einen ausreichenden Ernteertrag gewährleisten.

Wussten Sie, dass …
Je nach Herkunftsland und Zuckerart können unterschiedlichste Palmarten für die Gewinnung des Kokoszuckers herangezogen werden. Palmarten wie die Nipapalme, die Zuckerpalme und Palmyrapalme haben sich aufgrund ihrer artspezifischen Besonderheiten als überaus ertragreich und vorteilhaft für die Zuckergewinnung bewiesen und werden diese Palmarten aus diesem Grund in der heutigen Zeit als klassische Grundlage der Kokoszuckergewinnung angesehen.

In der heutigen Zeit werden die, für die Zuckerherstellung benötigten, Palmen zunächst in Form von Palmsetzlingen per Hand von den Zuckerbauern auf den zuvor vorbereiteten Palmplantagen ausgesetzt. Um das Wachstum der Palme bestmögliche zu fördern, wird bereits vor der Pflanzung der Sprösslinge ein Torf-Sand-Gemisch in den Boden eingebraucht und die beständige Zufuhr von Süßwasser gegebenenfalls mit dem Bau von Bewässerungsgräben gewährleistet. Ist der Palmsprössling gesetzt, wird dessen bestmögliches Wachstum gefördert. Obgleich die Palme nach der eigentlichen Pflanzung grundsätzlich keiner weiterer Düngemaßnahmen, die in anderen landwirtschaftlichen Bereichen durchaus nötig wären, bedürfte, werden in der heutigen Zeit dennoch die Palmen auf großen Plantagen in regelmäßigen Abständen mit natürlichen Düngemitteln versorgt, um so das Wachstum der Pflanze zu beschleunigen und eine ehestmögliche Ernte der Blüten zu gewährleisten.

Die Ernte des Kokosblütennektars

Abhängig von der Palmart, dem Standort und dessen klimatischen Besonderheiten sowie weiterer landwirtschaftlicher Maßnahmen bedarf die Palme nach ihrer Kultivierung einige Jahre bis hin zu Jahrzehnten (einige wenige Palmarten bilden erste Blüten sogar erst nach rund einhundert Jahren aus) um die ersten Blüten auszubilden. Sobald dies geschehen ist, ist die Palme für die eigentliche Zuckerherstellung bereit und die Ernte des Kokosblütennektars kann beginnen.

Die Ernte des Kokosblütennektars:

  • Erfolgt per Hand und ohne maschinelle Unterstützung.
  • Direkt in der Palmkrone an den Blüten der Kokospalme.
  • Durch anritzen der Blüte und Auffangen des austretenden Nektars.

Für die Ernte des, für die Zuckerherstellung benötigten, Nektars der Kokosblüte müssen die Zuckerbauern einen beschwerlichen und gefährlichen Weg in Kauf nehmen. Denn die Ernte kann nur in der Krone der Palme und somit direkt an den Blüten erfolgen. Ist der Aufstieg auf die Palme geglückt, wird jede einzelne Blüte vorsichtig mit einem Messer der Länge nach angeritzt, um so einen durchschnittlich maximal zehn Zentimeter langen Riss zu erzeugen. Durch diesen Riss tritt nun der Nektar der Kokosblüte aus, der eine leicht dickflüssige Konsistenz und eine weißliche Färbung besitzt. Ist der Nektar der Blüte aufgefangen, wird dieser in einem Behältnis gesammelt, um – nach ausreichender Ernte – den Nektar der Kokospalme seiner weiteren Verarbeitung zuführen zu können.

Verarbeitung – So wird aus dem Nektar der Kokosblüte der aromatische Kokosblütenzucker!

Sobald der Nektar der Kokosblüten geerntet wurde, gilt es für die Zuckerbauern der Anbauregionen den gewonnenen Nektar schnellstmöglich der weiteren Verarbeitung zuzuführen. Denn je länger der Nektar unbearbeitet in den Auffanggefäßen verbleibt, umso schneller verliert er einen Großteil seiner Inhaltsstoffe, was zu einem spürbaren Qualitätsverlust des erzeugten Zuckers führen könnte. Es gilt nun also, den gewonnenen Nektar zeitnah der weiteren Verarbeitung zuzuführen.

Selbst in der heutigen Zeit erfolgt die Verarbeitung des Blütennektars zu Zucker auf traditionelle Art und Weise. Hierfür werden Kessel oder Töpfe über offenen Feuerstellen fixiert, um diese im direkten Anschluss mit dem gewonnenen Nektar der Kokosblüten zu füllen. Bei gleich bleibender Hitze und unter beständigem Umrühren wird der Nektar nun so lange verkocht, bis der zuckerhaltige Anteil des Nektars Zuckerkristalle ausbildet und die Wasseranteile des Nektars vollständig verkocht sind.

Sobald sich die Zuckerkristalle gebildet haben, wird der noch frische und leicht feuchte Kokosblütenzucker aus dem Kessel oder Topf entnommen und zur abschließenden Abkühlung und Trocknung auf Palmmatten oder ähnlichen Trockenvorrichtungen aufgelegt. Nach etwas ein bis zwei Tagen ist der Zucker vollständig getrocknet und bereit für die abschließende Reinigung sowie die Verpackung und den Versand in die Welt.

Fair Trade und Bioanbau – Nachhaltiger Anbau zu fairen Konditionen

Wie in vielen Bereichen der Lebensmittelerzeugung sind auch im Bereich des Kokoszuckers ein nachhaltiger und umweltfreundlicher Anbau wie auch die faire Bezahlung der Produzenten ein Thema, welches allem voran in den vergangenen Jahren mehr und mehr an Bedeutung gewonnen hat. Wo Zuckerbauern in allen Anbauregionen der Welt früher für Hungerlöhne die Kokosblüten verarbeiten mussten und nicht selten eine mindere Zuckerqualität in den Handel gebracht wurde, da stehen heutzutage hochwertige Bio Qualität und faire Entlohnungssysteme im Fokus des Trends rund um die gesunde Zuckeralternative.

Dieser Trend birgt jedoch nicht nur für die Hersteller des Zuckers enorme Vorteile. Nein auch Konsumenten profitieren von diesem Trend hin zum nachhaltigen Anbau und der fairen Bezahlung der Erzeuger. Denn Fair Trade Kokosblütenzucker und nachhaltig angebaute Palmplantagen gewährleisten eine bestmögliche und gleich bleibende Qualität des Endproduktes. Fair Trade und Bio sind somit wichtige Hinweise auf die Qualität des Produktes und sollten in jedem Fall beim Kauf bevorzugt werden!

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